KACEY MOTTET KLEIN ET GALLATEA BELLUGGI
KEEPER
UN FILM DE GUILLAUME SENEZ

Anmerkungen des Regisseurs

Gerade erst den Kinderschuhen entwachsen, will Maxime seine Freundin Mélanie mit allen Mitteln davon überzeugen, ihr gemeinsames Kind zu behalten.

Anhand dieser Geschichte, die mich persönlich bewegt, wollte ich das Erwachsenwerden in seiner ganzen Schönheit und Komplexität filmen. Ich wollte die Fragilität von Heranwachsenden zeigen, aber auch ihre Leichtigkeit, Unbesorgtheit und vor allem ihre Liebe füreinander.

Wir folgen der berührenden Geschichte, die in „Keeper“ erzählt wird, aus dem Blickwinkel von Maxime. Diese Optik und der Prozess des Vaterwerdens sind mir als Vater von zwei Kindern vertraut. Am Beispiel von Maxime und Mélanie versuche ich, Gefühle nachvollziehbar und Vorgänge spürbar werden zu lassen, ohne sie zu erklären. Es lag mir fern, einen Film zu drehen, der fordert, der für etwas kämpft. Ich hatte einfach Lust, diesen beiden Charakteren zu folgen, mich ihnen anzunähern.

Ich bin nicht auf der Suche nach Originalität, sondern nach Genauigkeit – sei es im Abbilden von männlicher Adoleszent oder auch wenn es darum geht, auf spielerische Art einen filmischen Realismus zu erlangen. Ich gebe meinen Darstellern kein Drehbuch. Wir fangen gemeinsam an zu arbeiten und suchen nach emotionaler Authentizität. Ich dirigiere meine Schauspieler nicht, ich begleite sie. Und ich versuche nicht, für die Charaktere ein Innenleben zu konstruieren, sie in einem Rahmen zu zwängen. Ich möchte vielmehr aus dem Leben erzählen, diese Aufrichtigkeit des Lebens finden, die so schwer fassbar ist.

Der Begriff Keeper steht im Sportjargon in angelsächsischen Ländern, in Belgien und anderswo, für Torhüter. Als Torwart ist Max in einer undankbaren und ohnmächtigen Position – seine Situation angesichts der Schwangerschaft findet hier ein Echo. Wie heisst es doch: „A keeper can’t win a game. He can only save it“ (ein Torhüter kann kein Spiel gewinnen, er kann es höchstens retten). Doch auch wenn „Keeper“ von einem Ohnmachtsgefühl ausgeht, ist es letztlich ein Film über die Lust am Leben.
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